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Jan
17
2007

TV-Projekt der Kazaa-Gründer heißt jetzt „Joost“

2007-01-17_001906.jpg [heise online-16.01.07] Wie heise-online berichtet heißt das bisher unter dem Codenamen „Venedig“ (The Venice Project) laufende neue Projekt der Kazaa- und Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis ab sofort „Joost„. Die eingetragene Marke bezeichnet einen P2P-Fernsehdienst, dessen Windows-Client von einer ausgesuchten Schar Beta-Tester derzeit auf Herz und Nieren geprüft wird. Anwendungen für MacOS X und Linux soll es später geben. Joost, versprechen die Macher, vereine das Beste aus TV und Internet zu einer „Fernseh-ähnlichen“ Erfahrung mit den Vorzügen des Web 2.0 und fülle damit eine „kritische Lücke“ bei der Videounterhaltung im Netz. So können Joost-Nutzer direkt miteinander kommunizieren und sich über RSS-Feeds über das Programm auf dem Laufenden halten.

„Die Leute wollen von ihrem Fernsehangebot mehr Auswahl und Flexibilität“, verrät Joost-Chef Frederik de Wahl das Offensichtliche, gleichzeitig wolle die Unterhaltungsindustrie die Kontrolle über ihre Inhalte behalten. Joost verbinde diese Bedürfnisse miteinander. Außer den Beta-Testern, von denen „positive und konstruktive Rückmeldungen“ gekommen seien, hat das neuartige Angebot noch kaum jemand zu Gesicht bekommen. Doch soll Joost ersten Berichten zufolge Videos im Vollbild in guter Fernsehqualität zeigen und auch schnelle Programmwechsel beherrschen. „Wir ahmen die komplette Fernseherfahrung nach“, sagte de Wahl der BBC bei einer Präsentation des Dienstes.

Die Daten werden bei Joost nicht zentral vorgehalten und gestreamt, sondern von den Rechnern der Zuschauer untereinander nach einem P2P-Verfahren verteilt. Joost soll kostenlos empfangbar sein und will sich über Werbung finanzieren. Die große Frage ist dabei noch, was es zu sehen geben wird. Während des Beta-Tests stehen den Berichten zufolge Dokumentationen, Sport und Musik zur Auswahl. Zum offiziellen Start, für den es noch keinen Termin gibt, verspricht de Wahl mehr attraktive Inhalte. Die Idee ist offenbar, dass Programmanbieter ihre Inhalte einem weltweiten Publikum anbieten können. Erste Gespräche mit Programmanbietern sollen bereits geführt werden.

Noch ein weiteres Geheimnis haben die Entwickler schon einmal gelüftet: Das „Venice Project“ ist nicht nach der italienischen Lagunenstadt mit den vielen Kanälen benannt, sondern trät den Namen des Hotel-Konferenzraums, in dem die Entscheidung zum Start des neuen Projektes gefallen war (vbr/c’t)

Quelle: www.heise.de (16.01.07)

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