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Mai
23
2007

Gemäldegalerie Alte Meister eröffnet Dependance in Second Life

skd-dresden.de [SKD-Dresden.de-22.05.07]  Die Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden eröffnet eine Dependance in der Wüste. Natürlich nur rein virtuell. Der dreidimensionale Klon des Museums steht in Second Life. Maßstabsgetreu sind die prächtigen Räume des Museums nachgebaut, alle 750 ausgestellten Meisterwerke werden präsentiert. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche stehen die Türen für die Besucher offen: In Echtzeit kann man dort die Kunst anschauen, miteinander chatten, Informationen zu den Kunstwerken abrufen, an Veranstaltungen der Kunstvermittlung teilnehmen, Eindrücke im Gästebuch notieren oder sich in dem Shop umsehen.

Kein Reproduktionsmedium konnte bislang in Echtzeit den räumlichen Eindruck eines Museumsbesuchs so wirkungsvoll suggerieren. Dabei ist die Geschichte der Museen seit Anbeginn auf das Engste verknüpft mit der Historie der Reproduktionsmedien. Beispielsweise erschien 1753, kurz nachdem August III., der sächsische Kurfürst und König von Polen, die Gemäldegalerie in Dresden eröffnet hatte, das „Königliche Galeriewerk“: In Form von großen Kupferstichen präsentierte es die Schätze der Sammlung. Im Laufe der Jahrhunderte wurden neue Medien eingesetzt, von der Fotografie bis zur CD-ROM. Es liegt in der Logik dieser Mediengeschichte, jetzt das Experiment mit den neuen Möglichkeiten des Web 2.0 zu wagen: Virtuell ein dreidimensional erfahrbares Museum einer weltweiten Community in Echtzeit zugänglich zu machen.

Die Dresdener Gemäldegalerie Alte Meister ist das erste Museum von internationalem Format, das auf die neuen Herausforderungen des Webs mit einem echten Klon seiner selbst reagiert, eins zu eins. Damit unterscheidet sich das Konzept grundsätzlich von den vielen rein fiktiven Museumskreationen im Netz, die kein Pendant im Real Life haben. Im Jahr der Documenta und der Biennale di Venezia werden somit zentrale Fragen des Selbstverständnisses eines Museums im 21. Jahrhundert berührt. Wir verstehen den virtuellen Auftritt der Gemäldegalerie Alte Meister als ein Experiment, bei dem sich erst noch herausstellen wird, was die Bewohner der künstlichen Internet-Welt mit dem einmaligen Angebot anfangen werden. Das Institut für Kommunikationswissenschaft der Technischen Universität Dresden wird unter der Leitung von Prof. Dr. Lutz M. Hagen das Projekt wissenschaftlich begleiten.

Quelle Pressemeldung: www.skd-dresden.de (22.05.07)

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