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Sep
01
2007

Romantik geht bei Männern vor Erfolg

2007-09-01 222226[Springer-31.08.2007] Studie belegt, dass Männer eher bereit sind, ihre Karriere für eine romantische Beziehung zu opfern

Nach einer neuen Untersuchung von Catherine Mosher vom Duke Medical Center und Sharon Danoff-Burg von der University of Albany sind Männer eher bereit als Frauen, ihre Karriereziele einer romantischen Beziehung zu opfern. Ihre Ergebnisse stehen im Widerspruch zu der allgemein vorherrschenden Meinung, dass bei Frauen der Mensch und seine Beziehungen im Vordergrund stehen, während Männer eher auf sich selbst und ihre Leistungen fokussiert sind. Ihr Beitrag wird in der nächsten Ausgabe der Springer-Fachzeitschrift, Gender Issues, veröffentlicht.

Die Autorinnen untersuchten, ob die Lebensziele der Studenten von Persönlichkeitsmerkmalen beeinflusst werden, und konzentrierte sich dabei insbesondere auf die jeweilige Bedeutung von romantischen Beziehungen und Karrierezielen. Insgesamt 237 Psychologiestudenten (80 männliche und 157 weibliche Studenten im Alter zwischen 16 und 25 Jahren) im Grundstudium an einer staatlichen Universität im Nordosten der Vereinigten Staaten nahmen an einer Fragebogenaktion teil, bei der es um die Auswertung von Persönlichkeitsmerkmalen und Lebenszielen ging.

Mosher und Danoff-Burg legten bei den einzelnen Teilnehmern ihr Hauptaugenmerk einerseits auf deren Fokussierung auf sich selbst sowie dien Fähigkeit sich abzugrenzen. Dazu zählen Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Selbstschutz und Selbstbestimmung. Wichtig waren auch Sozialverhalten und persönliche Beziehungen und Bindungen nach außen, wie Teamfähigkeit, kooperatives und Bindungsverhalten. Frauen schnitten dabei im Allgemeinen beim Sozialverhalten besser ab, während Männer bessere Ergebnisse im Hinblick auf Selbstfokussierung erzielten.

Bei den Lebenszielen wurde zwischen sieben Leistungszielen (körperliche Fitness, Reisen, finanzieller Erfolg, Immobilienbesitz, gesellschaftliches Engagement, Karriere und Bildung) und fünf unterschiedliche Arten von Beziehungen (romantisch, Ehe, Kinder, Freundeskreis und Familienbande) unterschieden. Die Bereitschaft der Teilnehmer und Teilnehmerinnen, ihre Leistungsziele zugunsten einer romantischen Beziehung zu opfern, wurde ebenfalls untersucht.

Insgesamt zeigte sich sowohl bei den männlichen als auch weiblichen Studenten ein ausgeprägter Wunsch nach individueller Leistung und engen persönlichen Beziehungen. Wie erwartet, war die Selbstfokussierung mit der Bedeutung von Leistung, z.B. einer erfolgreichen beruflichen Laufbahn, verknüpft. Der Fokus auf andere Menschen zeigte den Stellenwert von persönlichen Beziehungen und gesellschaftlichem Engagement.

Bei der Wahl zwischen Beziehung, Karriere, Bildung und Reisen gaben Männer – im Gegensatz zu Frauen – überraschenderweise eher einer romantischen Beziehung den Vorzug.

Die Autorinnen schließen daraus, dass die Studentinnen in dieser Untersuchung stark auf eine berufliche Karriere fixiert waren und sich daher eher zögerlich zeigten, diese Ziele für eine romantische Beziehung aufzugeben. Im Gegensatz zu Frauen, scheinen Männer aus gegengeschlechtlichen Beziehungen eine stärkere emotionale Unterstützung zu ziehen als aus gleichgeschlechtlichen.

Quelle Pressemitteilung: www.springer-sbm.com (31.08.2007)

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