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Mrz
04
2008

Über 700 Vorschläge zum Grimme Online Award 2008

2008-03-04 230603[Adolf Grimme-Institut-4.3.2008] Juroren nehmen ihre Arbeit auf

Marl – Alle gültigen Vorschläge für den Grimme Online Award werden ab sofort von der Redaktion ins Netz gestellt. Damit lässt sich jederzeit einsehen, ob eigene Favoriten bereits vorgeschlagen wurden und welche Angebote die Nominierungskommission prüft und diskutiert. Außerdem können die Nutzer auch Neues und Interessantes entdecken.

Bislang haben Internetnutzer und Website-Betreiber bereits mehr als 700 Vorschläge für den Grimme Online Award 2008 eingereicht. „Dies ist eine gute Bilanz für die erste Hälfte der Wettbewerbszeit“, so Friedrich Hagedorn, verantwortlicher Referent für den Internet-Preis des Adolf-Grimme-Instituts. Noch bis zum 31. März können unter www.grimme-online-award.de Vorschläge für den Grimme Online Award 2008 eingereicht werden.

Unterdessen hat die Nominierungskommission ihre Arbeit aufgenommen und sichtet die bislang vorgeschlagenen Websites. Dabei geht es auch um Fragen und Beobachtungen, die generell neue Online-Entwicklungen und deren Qualitätskriterien betreffen: Welche Trends bestimmen den Wettbewerb in diesem Jahr, welche Themen dominieren die aktuelle Netz-Debatte? Welche Rolle spielt zum Beispiel die Qualität des „Online-Wissens“, die wegen des Transfers der Brockhaus-Enzyklopädie ins Netz zurzeit viel diskutiert wird?

„Die Menschen werden auch im Internet nicht ihr Qualitätsbewusstsein verlieren“, so die Prognose von Christoph Neuberger, Professor für Kommunikationswissenschaften an der Universität Münster und Mitglied der Nominierungskommission. Das Internet biete viele Möglichkeiten, Wissen attraktiv aufzubereiten: „multimedial, interaktiv, spielerisch“. Die allgemeinen Erwartungen an die Vermittlung von Wissen blieben allerdings unverändert: „Es muss richtig, vollständig und für die verschiedenen Altersstufen angemessen aufbereitet sein.“ Das Beispiel Wikipedia zeige, dass „auf kollaborativen Websites oft Respektables“ geleistet werde – „allerdings gibt es keine kontinuierliche und umfassende Qualitätssicherung.“ Daher könne eine renommierte Marke wie der Brockhaus durchaus als Leuchtturm in der Informationsflut dienen.

Dirk von Gehlen, Redaktionsleiter des Jugendmagazins jetzt.de und ebenfalls Mitglied der Nominierungskommission, betont, dass sich seine Kriterien für qualitativ hochwertige Websites nicht von den Kriterien für entsprechende Print-Angebote unterscheiden: „Die Grundsätze der Richtigkeit, der Fairness und der Verlässlichkeit müssen in gedruckter wie in digitaler Form gelten. Insofern verläuft die Trennlinie nicht zwischen den Medienformen.“ Es gebe im Netz Inhalte, welche die qualitativen Anforderungen an seriöse Wissensvermittlung unterschritten, aber ebenso werde „leider auch jede Menge minderwertiger Inhalte“ gedruckt. Von Gehlen: „Netz und Print müssen sich in ihrer Darstellungsweise unterscheiden, in ihrer qualitativen Substanz darf es keinen Unterschied geben.“

Am 16. März zeigt 3sat, Medienpartner des Grimme Online Award 2008, in seinem Computainment-Magazin „neues“ einen Beitrag über die Arbeit der Nominierungskommission.

Die Vorschlagsfrist für den Grimme Online Award 2008 endet am 31. März. Welche Websites nominiert sind, gibt das Adolf-Grimme-Institut am 8. Mai in Düsseldorf bekannt. Die Preisverleihung findet im Rahmen des medienforums nrw am 11. Juni in Köln statt.

Quelle Pressemitteilung: www.grimme-instut.de (4.03.2008)

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