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Jun
25
2008

Fit sein bringt Geld – bald auch vom Staat

mainz[Die Bundesregierung-25.06.2008] Vom kommenden Jahr an soll betriebliche Gesundheitsvorsorge von der Steuer befreit werden. Schließlich verbringt der Deutsche durchschnittlich ein Drittel seiner Lebenszeit bei der Arbeit.

Mens sana in corpore sano – Ein gesunder Geist steckt in einem gesunden Körper. Schon der römische Dichter Juvenal wusste: Wer körperlich aktiv ist, erhält seine geistige Fitness. Das eigene Wohlbefinden und die Abwehrkräfte werden durch Bewegung gestärkt.

„10.000 Schritte müsste der Mensch jeden Tag machen. Und wir schaffen gerade mal 1.000“, erklärt Philipp von Kunhardt. Er ist Geschäftsführer einer Firma in Köln, die Minitrampoline herstellt. Und das Gesundheitskonzept, das er mit diesen Bewegungsgeräten seinen Kunden anbietet, hat er auch in seiner Firma eingeführt.

Geld für Sport während der Arbeitszeit

Bis zu drei Stunden Sport können sich die Mitarbeiter pro Woche als Arbeitszeit anrechnen lassen. Ab 90 Minuten Sport in der Woche gibt’s ein grünes Pünktchen. Und 52 Punkte bringen am Ende des Jahres Bares: ein halbes Gehalt zusätzlich.

„Wir haben mit unserem Konzept die Konkurrenz zwischen Geld verdienen und Gesundheit pflegen aufgehoben“, sagt von Kunhardt. In seiner Firma sei Arbeitszeit auch gleichzeitig Fitness- und Lebenszeit. Und warum das Ganze? Der Geschäftsführer berichtet begeistert vom spürbar fröhlicheren Arbeitsklima. Krankheitsbedingte Fehlzeiten haben sich von elf auf zwei Prozent verringert.

Staat gewährt Steuerbefreiung

Kunhardts Beispiel ist ein gutes Vorbild. Die Bundesregierung will vom kommenden Jahr an die betriebliche Gesundheitsförderung entsprechend von der Steuer befreien. Das sieht das Jahressteuergesetz 2009 vor, dessen Entwurf das Kabinett Mitte Juni beschlossen hat.

Kunhardt: „Ich begrüße diese Maßnahme. Sicherlich wird sie etwas verändern.“ Nach seinem Eindruck möchten viele Unternehmen, eine gesündere Lebensweise fördern. Vielfach fehle aber das Know-how. Schließlich reiche es nicht aus, jedem Mitarbeiter die Kosten für das Fitness-Studio zu erstatten. Eine Mehrheit der Menschen habe sich schon zu sehr an ihren bewegungslosen Alltag gewöhnt – das sei die Zielgruppe, die es anzusprechen gelte.

Chef muss mitmachen

Von Kunhard zumindest hat es geschafft: mit dem Anreiz eines 13. Sportgehalts hat er alle seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für mehr Bewegung begeistern können. Die Belegschaft kann frei entscheiden, ob sie mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen, mittags laufen, hüpfen oder in der Nachmittagssonne rudern will. „Wir haben festgestellt, dass die Erfolge für einzelne größer sind bei einer geringen Eintrittsschwelle.“ Und noch eines weiß von Kunhardt genau: „Erst wenn der Chef mitmacht, wird das was.“

Quelle Pressemitteilung: www.bundesregierung.de (25.06.2008)

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