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Okt
19
2008

Ende des Kittelverbotes

2008-10-19 180234s[Wort & Bild Verlag -19.10.2008] Immer mehr Ärzte nutzen die erweiterten Werbemöglichkeiten

Offensiv für sich zu werben galt für Ärzte lange als Tabu. Seit einigen Jahren aber verschaffen Gerichte ihnen immer mehr Freiräume, für sich und ihre Leistungen zu werben. Die beliebteste Plattform dafür ist das Internet, berichtet die „Apotheken Umschau“.

Bereits etwa jeder fünfte Arzt hat dort eine Homepage, und zwar je jünger ein Arzt ist, desto öfter. Für jeden zweiten Arzt ist Werbung nach Erhebungen der Stiftung Gesundheit heute wichtig oder sehr wichtig.

Allerdings gelten nach wie vor Einschränkungen. Ärzte dürfen keine Erfolgszahlen veröffentlichen, keine Gratiszugaben anbieten, nicht mit Patientengeschichten werben, keine Vorher-nachher-Fotos einsetzen und keine Heilungsversprechen oder -Garantien formulieren.

Noch gilt auch, dass Gutachten, Zeugnisse und wissenschaftliche Veröffentlichungen nicht werblich genutzt werden dürfen. Dies wird aber bereits von einigen Ärzten nicht mehr beachtet. Der Gesundheitsökonom Professor Peter Oberender von der Universität Bayreuth hält dies auch für eine gute Sache, da der Patient so einen Einblick in die Kenntnisse des Arztes bekäme.

Verbraucherschützer wie Christiane Köber von der Wettbewerbszentrale Bad Homburg dagegen befürchten, dass der Patient nur beeindruckt wird, statt verständlich informiert zu werden. Leichter war es da schon, das „Kittelverbot“ zu kippen. Heute dürfen Ärzte sich in ihrer Werbung selbstverständlich auch im weißen Kittel zeigen.

Das Gesundheitsmagazin „Apotheken Umschau“ 10/2008 B liegt in den meisten Apotheken aus und wird ohne Zuzahlung zur Gesundheitsberatung an Kunden abgegeben.

Quelle Pressemitteilung: www.wortundbildverlag.de (19.10.2008)

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