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Jan
15
2010

Medienethik-Award META an Redakteure von SPIESSER, jetzt.de und on3-südwild vergeben

META 2009 [Hochschule der Medien-14.01.10] Innenminister Rech: „Medienkompetenz ist entscheidende Schlüsselqualifikation“

Studierende der Stuttgarter Hochschule der Medien (HdM) haben am 14. Januar 2010 zum siebten Mal den Medienethik-Award META verliehen. Thema des undotierten Preises, der 2009 für die Kategorien Print, Online und Fernsehen ausgelobt wurde, war die „Wertevermittlung in Jugendmedien“.

Mit dem META ausgezeichnet wurden das Jugendmagazin „SPIESSER“, das Onlineportal „jetzt.de“ und die Sendung „on3-südwild“ des Bayerischen Rundfunks.

Heribert Rech, Innenminister des Landes Baden-Württemberg, eröffnete die Preisverleihung. Durch den Abend führte SWR-Moderator Sven Rex.

„Mit der Auszeichnung von journalistischen Beiträgen, die ethischen Grundsätzen Ausdruck verleihen, machen Sie Werte für junge Menschen greifbar“, sagte Innenminister Heribert Rech. Dies sei gerade heute wichtig er denn je, weil Kinder und Jugendliche besonders durch die elektronischen Medien geprägt würden. „Dabei birgt vor allem das Internet Gefahren und Missbrauchsmöglichkeiten“, erläutert Rech. Große Gefahren sehe er beispielsweise in der Darstellung von schwerer Gewalt oder brutalen Tötungshandlungen, den sexuellen Übergriffen durch Pädophile in Chats, im Austausch von Suizid- oder Amokphantasien, in rassistischen Inhalten und nicht zuletzt im Töten per Mausklick bei Killerspielen. Eine wichtige Aufgabe zum Schutz der Jugendlichen vor diesen Gefahren sei für Staat und Gesellschaft die Stärkung der Medienkompetenz. „Kinder und Jugendliche müssen für die komplexe Medienwelt stark gemacht werden. Wir müssen sie in die Lage versetzen, verantwortlich zu entscheiden, welche Inhalte sinnvoll sind. Medienkompetenz ist eine entscheidende Schlüsselqualifikation“, sagte Innenminister Rech.

Genau hierzu soll das studentische Projekt META beitragen. „Ein wichtiges Ausbildungsziel ist es, die Studierenden als künftige Medienschaffende dafür fit zu machen, innovative und wertebewusste Medieninhalte zu entwickeln. Im Projekt META lernen Studierende, journalistische Qualität in den Medien zu reflektieren“, erklärt Professorin Dr. Petra Grimm, Ethikbeauftragte der HdM und Dekanin der Fakultät Electronic Media. „2009 wurde das Thema ‚Wertevermittlung in Jugendmedien‘ ausgewählt, um aufzuzeigen, dass auch die Generation Online Vorbilder für werteorientierte Medienangebote benötigt, um ihre Medienkompetenz in inhaltlicher Hinsicht zu stärken“, erläutert Grimm. Beispiele dafür fänden Jugendliche in den ausgezeichneten Beiträgen.

Presse-, Reise- und Meinungsfreiheit
Die Autoren Verena Bartels, Louisa Frintert, Cindy Kunath, Katja Schmieder und Björn Urbansky, Projektleiterin Anja Neufert sowie der redaktionelle Leiter Robert Kaak überzeugten die Jury mit dem SPIESSER-Spezial „Frei gesprochen – Fünf Gespräche über die DDR – 20 Jahre nach der Friedlichen Revolution 1989″. Ihre Arbeit thematisiert die friedliche Revolution eines Volkes anhand von Einzelschicksalen in der DDR. „Werte und Grundrechte, wie die Presse-, Reise- und Meinungsfreiheit, aber auch Demokratie und das Recht auf Selbstbestimmung werden für Jugendliche nicht als etwas Abstraktes und Fernes, sondern als schützenswerte, hohe Güter greifbar und verständlich. Die Autoren leisten somit einen wichtigen Beitrag zur politischen Meinungsbildung einer Generation, die das DDR-Regime nicht mehr erlebt hat“, erläutert HdM-Student Levin Bunz in seiner Laudatio.

Respekt, Gleichberechtigung und Toleranz
Franziska Schönenberger nahm den Preis für ihren Artikel „Don´t waste your life“ auf jetzt.de, dem Jugendportal der Süddeutschen Zeitung, entgegen. Sie berichtet darin von einem Dokumentarfilmer, der eine Schulklasse aus der Mittelschicht durch das Recyclingviertel des größten Slums von Mumbai führt. „Franziska Schönenberger wahrt in ihrem Text die Würde und den Respekt vor den Menschen im Slum. Sie vermeidet mitleidiges Herabschauen und vermittelt dem Leser die Achtung vor allen Menschen unabhängig von deren sozialem Status. Sie geht vor allem auf die Situation der Kinder und Jugendlichen im Slum ein und stellt insbesondere für die jungen Leser von jetzt.de eine hohe Anschlussfähigkeit her“, begründet HdM-Studentin Beatrix Risch die Auszeichnung in ihrer Würdigung.

Aufklärung, Selbstbestimmung und Würde
Die Redaktion on3-südwild und Protagonistin Nancy Kulutácz erhalten den META 2009 in der Kategorie TV für ihren Beitrag „Sterbehilfe“ in der Sendung „on3-südwild“ des Bayerischen Rundfunks. Das Jugendmagazin berichtet jede Woche täglich eine Stunde live aus wechselnden Orten in Bayern über Themen, die sich direkt aus der Umgebung der Jugendlichen erschließen. Der prämierte Beitrag sei ein herausragendes Beispiel für die zielgruppengerechte Ansprache von Jugendlichen und zeige die vorbildliche Herangehensweise an ein schwieriges Thema – die Sterbehilfe. Die facettenreiche und aufklärende Darstellung des ethisch relevanten Themas habe zum Sieg in der Kategorie TV geführt, begründet HdM-Studentin Eleonora Steenken die Entscheidung der Jury in ihrer Laudatio.

Qualitätssiegel
Der META versteht sich als Qualitätssiegel für wertebewusste und ethisch orientierte Medieninhalte. Er will Medienschaffende und die Gesellschaft für ethische Fragestellungen in der Medienproduktion sensibilisieren. „Mit dem META heben wir positive Beispiele eines gesellschaftlich verantwortungsvollen und wertebewussten Journalismus hervor“, erklärt Alice Haußer, Mitglied der studentischen Jury.

Im Wintersemester 2009/2010 wirken über 60 Studierende am Medienethik-Award META mit. Sie werden von Professorin Dr. Petra Grimm und Karla Neef, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Studiengang Medienwirtschaft, betreut.

Der Medienethik-Award META wird seit 2003 einmal jährlich zu wechselnden Fragestellungen aus der Medienethik vergeben. Bisherige Themen waren „Wertevermittlung in der politischen Berichterstattung“, „Crossmediale Konzepte von Kinder- und Jugendmedien“, „Zukunft der Gesellschaft und nachhaltige Entwicklung“, „Bildung und Medien“, „Wirtschaft und Ethik“ und „Kriegsberichterstattung im Irakkrieg“.

Partner
Das Projekt META wird von der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LFK), dem Referat für Technik- und Wissenschaftsethik an den Fachhochschulen des Landes Baden-Württemberg (rtwe), der Evangelischen Kreditgenossenschaft eG, von Meyle+Müller und der Stuttgarter Zeitung unterstützt.

Quelle Pressemitteilung: www.hdm-stuttgart.de (14.01.2010)

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