«

»

Feb
23
2010

50 Jahre „Tagesschau“-Wetterkarte aus Frankfurt

Wetterkarte in der Tagesschau [Hessischer Rundfunk-23.02.10] Wer kennt nicht die Ankündigung „Aus Frankfurt nun die Wettervorhersage für morgen …“, die über viele Jahrzehnte allabendlich in der „Tagesschau“ zu hören war. Seit dem 1. März 1960 produziert der Hessische Rundfunk die Wettervorhersage für die erfolgreichste Nachrichtensendung Deutschlands.

„Der Hessische Rundfunk gilt seit den 1960er Jahren als der Wettersender in der ARD“, freut sich die die Leiterin der hr-Wetterredaktion, Silke Hansen. „In den vergangenen 50 Jahren haben wir ‚Das Wetter von morgen‘ technisch, sprachlich, optisch und inhaltlich immer wieder weiterentwickelt, um den Zuschauern die bestmögliche Vorhersage in anschaulicher Form bieten zu können. Dank hochqualifizierter Meteorologen und eines engmaschigen Netzes der Computermodelle sind wir heute deutlich treffsicherer als vor 50 Jahren. “

Bis in die 1980er Jahre wurde die Wettervorhersage als Zeichentrickfilm produziert. Mit Schablonen für Sonne, Regen und Schneefall wurde Einzelbild für Einzelbild abgelichtet. Rund drei Stunden dauerte dieses Verfahren. Grundlage für den Film aus der hr-Trickfilmabteilung bildete der Bericht des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach. Ein Sprecher verlas die teilweise noch in bürokratischem Meteorologen-Deutsch verfasste Vorhersage. Die bekanntesten Stimmen der Wetterkarte waren die von Hans-Joachim Scherbening und Hans-Helmut Sievert. Gegen 19 Uhr wurde der komplette Beitrag via Leitung zur „Tagesschau“ nach Hamburg überspielt.

Heute erleichtern hochleistungsfähige Grafikcomputer die Produktion. Für den 60 Sekunden langen Wetterbericht erhalten die Meteorologen der hr-Wetterredaktion die Rohdaten vom Deutschen Wetterdienst. Daraus entwickeln sie die Prognosen, die speziell auf die einzelnen deutschen Regionen zugeschnitten sind. Die Grafiker setzen nicht nur Städtenamen, Temperaturwerte und die Verläufe von Hoch- und Tief¬druckgebieten ein, sondern platzieren auch die Regenschauer an der exakt richtigen Stelle.

Mit der Verfeinerung der grafischen Umsetzung veränderte sich im Laufe der Jahre auch die inhaltliche Präsentationsform. Während in den Anfangsjahren die Texte unverändert vom Deutschen Wetterdienst übernommen wurden, passen sich heute die Formulierungen der Alltagssprache an. Zunächst bereitete die 1993 gegründete hr-Wetterredaktion die aus Offenbach gelieferten Daten lediglich journalistisch auf und setzte sie ansprechend um. Heute arbeiten selbst Meteorologen in der hr-Redaktion und liefern die Prognosen. Bis zehn Minuten vor der „Tagesschau“ kann so noch Einfluss auf den Wetter-Text genommen werden, bei extremen Wettersituationen kann die Vorhersage auch live gesprochen werden.

Die Wetterredaktion des hr versorgt neben den „Tagesschau“-Ausgaben zwischen 9 und 20 Uhr auch das „Nachtmagazin“. Hinzu kommt die Moderation der Wetterschau für das „Mittagsmagazin“ der ARD und montags bis freitags um 9.55 Uhr die „ARD-Wetterschau“. Außerdem liefert die Redaktion alle Wettervorhersagen für den digitalen ARD-Nachrichtenkanal Eins extra.

Zum Jubiläum des „Tagesschau“-Wetters zeigt das Erste am Sonntag, 28. Februar, einen unterhaltsamen Rückblick auf 50 Jahre Wetterkarte mit allem Wissenswerten, spektakulären Ereignissen und vielen Geschichten zum Erinnern. Der Film „Die Wettermacher“ von den NDR-Autoren Jochen Becker und Niels Nagel ist um 13.15 Uhr zu sehen. Das hr-fernsehen strahlt den Film in der Nacht zum Montag, 1. März, um 1.15 Uhr als Start für eine lange Wetternacht aus. Auf dem Programm stehen außerdem die besten Reportagen und Gespräche aus „Alle Wetter!“ sowie der 90-minütige Film „Ein Wettersatellit hebt ab“.

Quelle Pressemitteilung: www.hr-online.de (23.02.2010)

Artikel wurde auf Google gesucht mit:

  • hans-joachim scherbening
  • hans joachim scherbening
  • hans helmut sievert
· Gelesen: 4179 · heute: 2