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Feb
23
2010

Datenschutz bedarf der Modernisierung – Verleihung des Datenschutzpreises 2009

Virtuelles Datenschutzbüro [Virtuelles Datenschutzbüro-23.02.10] Am gestrigen Montag wurde im Landtag Rheinland-Pfalz zum zweiten Mal der Wissenschaftspreis des Landesbeauftragten für den Datenschutz verliehen. Der 2008 geschaffene Preis zeichnet herausragende wissenschaftliche Arbeiten mit Datenschutzbezug aus, die an rheinland-pfälzischen Hochschulen erstellt wurden und soll die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit datenschutzrechtlichen Fragen fördern.

Der im Kreis der Datenschutzbeauftragten bislang einzige Preis dieser Art wird gemeinsam vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur und dem Landesbeauftragten für den Datenschutz getragen und ist mit 1.000 EUR dotiert.

Der Datenschutzpreis 2009 wurde durch Staatssekretär Michael Ebling und den Datenschutzbeauftragten Edgar Wagner an Stefan Willenbrock, Student an der Universität Kaiserslautern und Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe „Sicherheit in verteilten Systemen“ des Instituts für Experimentelles Software Engineering der Fraunhofergesellschaft, für seine Bachelorarbeit zur Kontrolle von Datenflüssen in heterogenen IT-Systemen verliehen.

Im Rahmen der Preisverleihung betonte Staatssekretär Ebling, dass es für das Datenschutzgrundrecht nicht allein darauf ankomme, wehrhaft zu sein. Angesichts einer sich permanent verändernden Informationstechnik bedürfe es einer wissenschaftlichen Begleitung des Datenschutzes und einer angemessenen Medienkomptetenz der Betroffenen.

In seiner Preisrede zum Thema „Modernisierung des Datenschutzes“ stellte Prof. Roßnagel, Datenschutzexperte und Vizepräsident der Universität Kassel dar, dass die technische Entwicklung die bisherigen Regelungskonzepte zunehmend in Frage stelle und eine grundlegende Modernisierung des Datenschutzes erforderlich sei. Um in Zeiten des globalen Internet, allgegenwärtiger Informationstechnik und zunehmend komplexer werdenden Datenverarbeitungsprozesse noch selbst über die Verwendung von Daten bestimmen zu können, bedürfe es einer Allianz von Recht und Technik und der Transparenz von Datenverarbeitungsstrukturen und Datenschutzanforderungen, die sich nicht ausschließlich an datenverarbeitende Stellen sondern auch an Hersteller und Anbieter von IT-Lösungen richteten.

Hierfür leiste nach Auffassung des Landesbeauftragte für den Datenschutz, Edgar Wagner, die mit dem Datenschutzpreis ausgezeichnete Arbeit einen wertvollen Beitrag.

Ein zeitgemäßer Datenschutz müsse mit der technischen Entwicklung Schritt halten und den Herausforderungen auch auf technischer Ebene begegnen. Daneben bedürfe es aber auch der Schaffung eines angemessenen Datenschutzbewussteins bei den Betroffenen. Datenschutz sei mehr denn je nicht nur eine Frage von Recht und Technik, sondern auch von Bildung und Erziehung.

Quelle Pressemitteilung: www.datenschutz.de (23.02.2010)

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