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Mrz
10
2010

Erfolgreich Twittern mit Schopenhauer

Hessischer Rundfunk [Hessischer Rundfunk-10.03.10] Sprachguru Wolf Schneider im Interview mit hr2-kultur

„Man nehme gewöhnliche Worte und sage ungewöhnliche Dinge. Wer diesen Satz von Arthur Schopenhauer beherzigt, braucht keine Angst vor den Neuen Medien zu haben“, so Wolf Schneider heute im Kulturmagazin „Mikado am Nachmittag“ in hr2-kultur. Der 84-jährige Journalist, der seit dreißig Jahren das Schreiben lehrt, weiter: „Texte müssen heute noch sorgfältiger als früher formuliert werden, damit sie im digitalen Geschwätz ihre Leser finden.

Würde Thomas Mann heute bloggen, hätte er es schwer, denn die Ruhe, die seitenlange Beschreibung der Farbe eines Sofas zu lesen, fehlt den Menschen heute.“

Schneider, der heutigen Bloggern vor allem Straffung ihrer Texte empfiehlt, ist auch begeistert vom Twittern: Wem nur 140 Zeichen zur Verfügung stehen, der fasst sich naturgemäß kurz – schön wäre es allerdings“, so der der Altmeister weiter, „wenn er dann auch noch etwas Substanzielles zu sagen hätte“.

In seinem neuen Buch „Deutsch für junge Profis“ hat Wolf Schneider Regeln für gutes Formulieren in digitaler Zeit verfasst. Er war unter anderem Korrespondent der Süddeutschen Zeitung in Washington, Chefredakteur der Welt, Moderator der NDR-Talkshow und zwanzig Jahre lang Leiter der Henri-Nannen-Journalistenschule in Hamburg.

Rückfragen (bis 18 Uhr) an hr2-kultur,
Redaktion „Mikado“, Gudrun Rothaug, Telefon: 069/155-2451

Quelle Pressemitteilung: www.hr-online.de (10.03.2010)

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