«

»

Mai
13
2010

Langenscheidts „Schwäbisch für Anfänger“ hilft vom Flirten bis zum Fluchen

Langenscheidt Schwäbisch für Anfänger [Langenscheidt KG-12.05.10] Sprachlicher Ratgeber fürs Ländle

„Mund möglichst wenig bewegen, den Unterkiefer vorschieben und dann die Worte genüsslich über die Unterlippe raustropfen lassen.“ Schon kann’s losgehen mit „Schwäbisch für Anfänger“ aus dem Langenscheidt Verlag. Keine Angst, es geht keinesfalls furzdrogga (= trocke-ner als trocken) zu, wenn der bekannte Autor Christoph Sonntag Raigschmeggden (= Zugezogenen) jenes deftige Schwäbisch nahebringt, das er noch von Opa und Oma gelernt hat. Damit daraus nicht unversehens a saudômms Gschwätz wird, gibt er seinen Lesern neben Crashkursen, Ländle-Wortschatz und Interpretationshilfen jede Menge Einblicke in die schwäbische Eigenart mit.

Ob 1×1 des Schwäbischen, Speis und Trank, Liebesgeflüster, Donnerwetter, geflügelte Worte oder Schwabengaude: Am Ende steht dem Erfolg beim Schwaben-Abschlussquiz nichts mehr im Wege.

„I vrschdãnd Sia nedd, kennat-Se koi Deidsch? – Ich verstehe Sie nicht, sprechen Sie kein Schwäbisch?“ Wer sich einem solchen Vorwurf gar nicht erst aussetzen will, rüstet sich am besten mit „Schwäbisch für Anfänger“. Die charmant-witzig illustrierte Kommunikationshilfe von Langenscheidt ist ein ideales Geschenk für alle, die regelmäßig im Allgäu Urlaub machen, in Ulm, Stuttgart oder Augsburg arbeiten und studieren oder einfach ihre Hei-mat ins Ländle verlegt haben.

Wer hier anerkannt werden will, muss zwar nicht gleich den Bauschbarvrdraag in der Tasche haben, sollte sich aber mit Kehrwoch und schwäbi-scher Sparsamkeit vertraut machen. Waren Brõõda und Schbätzle (= Braten und Spätzle) beim Arbeitsessen etwas viel, so empfiehlt sich der umsichtige Manager beispielsweise durch den Satz: „Es hôt subber gschmeggt, abbr mir wars a bißle z’viel, hädded-Se villeichd a bißle Alufolie, nôh dääded-mr des midnemma, wär jôh grâd z’schaad drôm.“ Übersetzt: Könnten wir etwas Aluminiumfolie – oder auf Englisch: ein doggy bag – haben? Nachhaltigkeit ist in Schwaben eben kein Schickimicki-Trend, sondern gelebte Tradition.

Auch der schwäbisch-deutschen Mischehe oder -beziehung erspart der handliche Kommunikationstrainer Missverständnisse. Gut zu wissen, dass der zärtliche Vergleich mit schleimigem Getier wie Grott (= Kröte) und Schnäggle (= Schneckchen) kein Grund zum grädich (= verärgert) werden ist. Auch das Deifele (= Teufelchen) ist von demjenigen als Kompliment gemeint, dem beim Anblick eines frechen Mädle em Miniröggle schier d’Glotzbebbel raushagled (= beinahe die Augen herausfallen). Wogegen es zwar nett klingt, wenn Worte wie Lällebäbbler (= Mistschwätzer), Hãmballe (= ungeschickter Mensch) oder Obergscheidle (= Besserwisser) fallen, aber als Kompliment sind sie dennoch nicht gemeint. Wer schließlich trotz 1a-Schwabentest ins dialektale Fettnäpfchen tritt, dem sei eine letzte Erste-Hilfe-Ausrede verraten: „I hãn doch nix gsaid, i hãn doch bloß gmoind”, denn nur meinen spricht glücklicherweise von Schuld frei.

Quelle Pressemitteilung: www.langenscheidt.de (12.05.2010)

Artikel wurde auf Google gesucht mit:

  • schwäbisch flirten
  • schwäbisch für anfänger
  • schwäbisch fluchen
  • flirten auf schwäbisch
· Gelesen: 4866 · heute: 2