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Apr
16
2011

Die „Chinese Wall“ einreißen

Wiesbadener Media & Marketing Kongress [Springer Science+Business Media-15.04.11] Erkenntnisse des Wiesbadener Media & Marketing Kongresses 2011

„Im Zeitalter des Social Media fehlen mir die Ideen, wie die Wirkung aussieht.“ Mit diesem Bekenntnis eröffnete Oberbürgermeister Helmut Müller als Schirmherr gestern den diesjährigen Wiesbadener Media & Marketing Kongress und legte damit den thematischen roten Faden für die Veranstaltung. Unter dem Motto „Markenbildung und Werbeeffizienz in digitalen Zeiten“ diskutierten Experten aus Wissenschaft und Praxis, wohin die Reise für die Media- und Marketing-Branche gehen könnte.

Ein eindeutiges Fazit lässt sich nach einem abwechslungsreichen Kongress-Tag ziehen: Das Patent-Rezept für die nachhaltige Werbekommunikation der Zukunft, die die veränderte Mediennutzung berücksichtigt, ist noch nicht gefunden – dennoch gibt es erste Erfolge.

Der Kongress-Vormittag stand im Zeichen der Wissenschaft. So forderte Professor Tobias Langner mehr Wissenstransfer von den Teilnehmern ein – es gelte die „Chinese Wall“ zwischen Forschung und Praxis einzureißen. Denn in der Regel seien wissenschaftliche Erkenntnisse bei den Entscheidern kaum bekannt oder würden zugunsten des eigenen Bauchgefühls ignoriert. Gleichzeitig betonte er die Wichtigkeit eines eigenständigen Markenauftritts: „Dinge werden nur geliebt, wenn sie nicht von allen geliebt werden.“ Zu oft gäben Marken ihre klare Positionierung auf, weil sie sich auf der Suche nach neuen Wachstumsmärkten beliebig machten und den Wettbewerbern anglichen. In seinem Exkurs über die Mediennutzung zeigte Professor Manfred Spitzer, wie Medien-Multitasking zu einer dauerhaften Aufmerksamkeitsstörung führt, die auch die Werbewirkung negativ beeinflusst.

Am Nachmittag präsentierten die Praktiker, wie sie ihre Marken – Telekom, Postbank, Carglass und mobile.de – angesichts der neuen Herausforderungen positionieren und bewerben. Dabei waren sich die Unternehmensvertreter einig: Die Aufmerksamkeit für einzelne Werbemittel gehe zurück. Nur mit crossmedialen, integrierten Kampagnen im Spannungsfeld zwischen klassischen und neuen Medien, virtueller und Live-Kommunikation könne man noch einen regelmäßigen Werbemittelkontakt erreichen. Im Rahmen der Podiumsdiskussion gab Professor Manfred Kirchgeorg den Anwesenden eine banale, aber fundamentale Botschaft mit auf die Reise: „Wir müssen zum Kunden rücken und seine Bedürfnisse erkennen.“

Weitere Informationen:
www.mumkongress.de sowie auf Facebook

Save the date:
Der nächste Wiesbadener Media & Marketing Kongress findet am 26. April 2012 statt.

Quelle Pressemitteilung: www.springer-sbm.com (15.04.2011)

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